Nagelprobe für's gelobte Studienland
-wie ausländische Studierende Uni-Deutschland sehen
Experten aus Politik und Wissenschaft
präsentieren sich derzeit zumindest in einem Punkt in trister Einmütigkeit:
Sie konstatieren schlicht, daß die internationale Attraktivität
und und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulausbildung in
den letzten Jahren abgenommen habe. Symtomatisch dafür steht das im
Augenblick geradezu verbissen formulierte Diktum von der "Internationalisierung"
des deutschen Hochschulsystems. Dabei erscheint die Uni-Statistik auf den
ersten Blick gar nicht so besorgniserregend. Die Gruppe der ausländischen
Studierenden machte im vergangenen Jahr immerhin 8,6 Prozent aller Studierenden
an deutschen Hochschulen aus. Allerdings: Ein sehr großer Teil von
ihnen, über vierzig Prozent, haben ihrer Hochschulzugangsberechtigung
in der Bundesrepublik erworben. Bei ihnen muß also davon ausgegangen
werden, daß sie bereits einen beträchtlichen Teil ihres Lebens-
und Bildungsweges in Deutschland gegangen sind, daß sie ihre Eltern,
ihren Lebensmittelpunkt ohnehin in Deutschland haben und nun eben auch
in Deutschland studieren. Die Zahl der ausländischen Studierenden
im eigentlichen Sinne - also die Studierenden, die wegen eines Studienaufenthaltes
für eine bestimmte Zeit nach Deutschland gekommen sind - ist wesentlich
geringer. Der Anteil dieser sogeannten "Bildungsausländer" betrug
unter dem Strich nur noch gute vier Prozent und ist damit im Vergleich
zu anderen Industriestaaten eher niedrig. (Fortsetzung >>)
Dieser Text wurde mitsamt der Überschrift
aus academix , Januar 99 (Andreas Köster) entnommen.
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